Schloss von Hammerstein in Apelern


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Historie

Das bereits 1055 erwähnte Erbgut Apelern hatte eine wechselvolle Besitzergeschichte bevor der Humanist und Holstein-Schaumburgische Kanzler Dr. iur. Anton von Wietersheim am 01.03.1580 den Besitz in Apelern erwab. Das 65.000 m² große Anwesen liegt am nördlichen Rand des erstmals 866 erwähnten Dorfes Apelern, einem malerischen Ort im nördlichen Teil des Tales zwischen den Mittelgebirgszügen der Bückeberge, des Deisters und des Süntels.

Das einflügelige Schloss, das Anton von Wietersheim von 1586-90 errichten ließ, war von einem bis zu elf Meter breiten Wassergraben umgeben und bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts nur über eine Zugrücke erreichbar. Für das Schloss mit seinem vor die Fassade gestellten polygonalen Wendeltreppenturm wurde Obenkirchener Sandstein verwandt, der mit Muschelkalk geschlämmt wurde. Das Schloss von Hammerstein in Apelern ist Ausdruck einer bewussten und in dieser Gestalt in Schaumburg einzigartigen Verbindung von gotischer und antiker Rezeption mit dem humanistischen Weltbild der frühen Neuzeit.



Die Repräsentanzetage des Schlosses verbindet durch den großen Planetengötterkamin im Saal sowie die Kamine mit antiken Philosophenzitaten und der Grisaillemalerei der vier Elemente auf einzigartige Weise antike Astrologie mit antiker Philosophie. Hervorzuheben sind auch die originalen, vergoldeten Säulenportale, die über vierhundert Jahre alten gegliederten Dielenfußböden, die Ahnenbilder aus drei Jahrhunderten sowie vieles mehr.

Am 30.06.1673 erwirbt der königlich-schwedische Generalmajor Friderich Christoph Freiherr v. Hammerstein-Gesmold das Rittergut und Schloss. Friderich Christoph stammt aus dem Geschlecht der am 05.11.948 erstmalig urkundlich in Tunierbüchern erwähnten Familie der Freiherrn v. Hammerstein, die heute in 12. Generation auf dem Schloss lebt. Der Stammsitz der Familie ist eine 1688 von französischen Truppen verwüstete und seitdem nur noch als Ruine erhaltene Reichsburg, die auf einem Felsen oberhalb des Rheins gegenüber Andernach thront.

Der südlich an die Schlossinsel angrenzenden Garten war -wie heute- in mehrere, durch Baumreihen und Hainbuchenhecken getrennte Gartenräume geteilt. Die Wiederherstellung der Gartenräume im Jahr 2004 orientierte sich an historischen Gartenplänen und -inventaren. Insbesondere wurden die Gartenpläne des Königlich-Hannoverschen Hof- und Kammerjunkers Börries Friederich Karl von Hammerstein zur Restaurierung herangezogen. Dieser hatte auf seinen Reisen die Gärten der englischen Königsschösser besichtigt und zwischen 1805 und 1806 zusätzlich zu den bereits vorhandenen Küchen-, Obst- und Lustgärten die Anlage eines englischen Gartens

Das Freiherrlich v. Hammersteinsche Wappen beinhaltet ein Schild mit drei Kirchenfahnen sowie drei Hämmern, das von einer Grafenkrone, einem Kurhut mit Kirchenfahnen an Prozessionsstäben sowie einem Grafenhut mit Adlerschwingen bekrönt wird. Zwei goldene Löwen dienen als Schildhalter. Während sich die Darstellung der Hämmer wahrscheinlich vom Anfang des Namens ableitet, stellen die Kirchfahnen eine Auszeichnung für im Krieg besonders ausgezeichnete und hervorragende Ritter da.

unter Leitung des Kurfürstlich-Hessischen Hofgärtners Homburg in Apelern verwirklicht. Der heutige Schlossgarten enthält u.a. über 200 Jahre alte Bäume, eine 150m lange Lindenallee von 1918 sowie 5400 Stauden, die den Schlossgarten von Frühjahr bis Herbst in ein Blumenmeer verwandeln. Weitere Wiederherstellungen werden angestrebt, beispielsweise wurde 2009 ein 36m langes Wasserbecken mit Fontänen basierend auf Gartenplänen von 1767 wiederhergestellt und 2011 ein Irrgarten angelegt.


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